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Der Prinz ,

Mario Cruz

Chile, Anfang der siebziger Jahre. Am Ende einer durchzechten Nacht ersticht der junge Jaime seinen heimlich begehrten besten Freund. Im Gefängnis landet er in einer Gruppenzelle, in der ein gefürchteter Anführer das Sagen hat, den alle nur “El Potro”, den jungen Hengst, nennen. El Potro wird Jaimes Beschützer und macht ihn zu seinem neuen “Prinzen”, erwartet dafür aber Loyalität und sexuelle Unterordnung. Die “Liebe im Dunkeln” zwischen den beiden erfüllt Jaimes Bedürfnis nach Zuneigung und Zugehörigkeit, weckt in ihm aber auch die Lust, selbst zum Anführer zu werden. Doch dann entbrennt im Knast ein brutaler Machtkampf.

Mit seinem Roman “Der Prinz” führt uns Mario Cruz in eine Welt der Hierarchien und Machtproben, deren Doppelbödigkeit er in knapper, schnörkelloser Sprache offenlegt: so unmoralisch wie naiv, so zart wie fatalistisch. Der 1972 im Selbstverlag gedruckte Roman avancierte in Chile zunächst zum Underground-Hit, geriet nach der Machtergreifung Pinochets aber in Vergessenheit und wird hier zum ersten Mal wieder veröffentlicht.

Im Nachwort zu dieser Ausgabe begibt sich Florian Borchmeyer auf Spurensuche nach dem Autor dieser literarischen Wiederentdeckung.

Pressestimmen:

»Soziale Unruhen erschüttern das Land, Allendes ›Unidad Popular‹ ist im Entstehen, aber viele junge Leute kümmern sich nicht um Politik, sie leben sorglos in den Tag hinein. Sie folgen jeder Mode und träumen von Jeans, Motorrädern und Autos, die sie sich nicht leisten können. Dieser Welt entstammt Jaime, die Hauptfigur. Umgeben von Freunden, aber innerlich einsam, versucht er vergeblich, Teil von etwas Größerem zu sein. Als er ein sinnloses Verbrechen begeht, verliert er die Freiheit, doch zur selben Zeit findet er einen Ort, an dem er Zuneigung erfährt und lernt, in seinem eigenen Körper zu leben.«
– Sebastián Muñoz, Regisseur der Verfilmung von Der Prinz

Über den Autor:

Mario Cruz arbeitete seit Anfang der Sechzigerjahre in Santiago de Chile als Reporter, Kritiker und Redakteur für die Regenbogenpresse wie ebenso für seriöse Zeitschriften. Seine Theaterstücke über Probleme von Jugendlichen wurden vom Theaterinstitut der Universität Santiago veröffentlicht. Den Roman El Principe ließ Cruz auf eigene Kosten drucken und verkaufte die Hefte im Zeitschriftenkiosk eines Freundes. Dreißig Jahre später entdeckte Regisseur Sebastián Muñoz durch Zufall eins dieser Hefte in einem Second-Hand-Laden.

September 2020

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Autor

Mario Cruz

Übersetzung

JJ Schlegel

Ausstattung

Klappenbroschur

ISBN

978-3-86300-294-7

Erscheinungsjahr

2020

Seitenzahl

ca. 100