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Der Prinz ,

Mario Cruz

Ein Sommer in Santiago de Chile, Anfang der Siebzigerjahre: Jaime lässt sich treiben, verbringt die Tage am Fluss und die Nächte mit dem »Zigeuner«, der ein Motorrad besitzt und das Bier in Strömen fließen lässt. Jaime merkt, dass Männer und Frauen ihn sexy finden, und weiß selbst nicht so recht, was er will. Als der Zigeuner eines Nachts in einer Kneipe mit einem anderen Mann tanzt, wird er wütend: Das ist ihm zu schwul. Betrunken, wie er ist, sticht er ihn nieder.

Die Männerwelt des Gefängnisses zwingt Jaime dazu, sich mit seiner Sexualität auseinanderzusetzen. Er landet in einer Vier-Mann-Zelle, in der der ältere Roberto den Neuling unter seine Fittiche nimmt. Doch Robertos Schutz hat seinen Preis: Des Nachts benutzt er Jaime, den alle den »Prinzen« nennen, ohne groß zu fragen, als Sexualobjekt. Und allmählich entsteht aus diesen Vergewaltigungen echte Zuneigung. Jaime baut sich im Gefängnis eine eigene Existenz auf, und als Roberto bei einer Messerstecherei stirbt, nimmt er dessen Platz ein.

Der Prinz ist eine Studie über jugendlichen Narzissmus, Einsamkeit und Schutzlosigkeit. Mario Cruz gelingt es, die Doppelbödigkeit der Situation einzufangen: so unmoralisch wie naiv, zart und fatalistisch zugleich.
Das Buch wurde in Chile mit Starbesetzung verfilmt. Im Herbst 2020 wird der Film auch in Deutschland gezeigt.

Pressestimmen:

»Soziale Unruhen erschüttern das Land, Allendes ›Unidad Popular‹ ist im Entstehen, aber viele junge Leute kümmern sich nicht um Politik, sie leben sorglos in den Tag hinein. Sie folgen jeder Mode und träumen von Jeans, Motorrädern und Autos, die sie sich nicht leisten können. Dieser Welt entstammt Jaime, die Hauptfigur. Umgeben von Freunden, aber innerlich einsam, versucht er vergeblich, Teil von etwas Größerem zu sein. Als er ein sinnloses Verbrechen begeht, verliert er die Freiheit, doch zur selben Zeit findet er einen Ort, an dem er Zuneigung erfährt und lernt, in seinem eigenen Körper zu leben.«
– Sebastián Muñoz, Regisseur der Verfilmung von Der Prinz

Über den Autor:

Mario Cruz arbeitete seit Anfang der Sechzigerjahre in Santiago de Chile als Reporter, Kritiker und Redakteur für die Regenbogenpresse wie ebenso für seriöse Zeitschriften. Seine Theaterstücke über Probleme von Jugendlichen wurden vom Theaterinstitut der Universität Santiago veröffentlicht. Den Roman El Principe ließ Cruz auf eigene Kosten drucken und verkaufte die Hefte im Zeitschriftenkiosk eines Freundes. Dreißig Jahre später entdeckte Regisseur Sebastián Muñoz durch Zufall eins dieser Hefte in einem Second-Hand-Laden.

September 2020

18.00

Autor

Mario Cruz

Übersetzung

JJ Schlegel

Ausstattung

Klappenbroschur

ISBN

978-3-86300-294-7

Erscheinungsjahr

2020

Seitenzahl

ca. 100