Literaturpreis-Spezial: „Missouri“ von Christine Wunnicke 24. November 2020 – Posted in: Aktuelles

Der Herbst ist in vollem Gange und damit die Saison der Literaturpreise. Nachdem am 19. November in Großbritannien Douglas Stuart für seine Mileustudie aus queerer Perspektive „Shuggie Bain“ mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde, steht in Deutschland am 28. November die Vergabe des renommierten Wilhelm Raabe-Literaturpreises an Christine Wunnicke an. Auch Wunnicke ist eine Autorin, deren Oeuvre im besten Sinne queer ist. In ihren historischen Romanen wimmelt es von Außenseitern, auf den Kopf gestellten sozialen Rollenzuschreibungen, schwule Liebesgeschichten sind an der Tagesordnung.   

Der Albino Verlag nimmt Wunnickes Auszeichnung mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis zum Anlass, eine Erzählung aus dem Frühwerk der Autorin neu aufzulegen: den Wildwest-Klassiker „Missouri“. Die herb-romantische Geschichte über einen feinsinnigen britischen Dichters, der nach einer überstürzten Auswanderung in die USA einer Räuberbande in die Hände fällt und sich in seinen Entführer verliebt, ist eins von nur zwei Werken, auf die Begründung der Raabe-Preis-Jury neben dem aktuellen Wunnicke-Roman „Die Dame mit der bemalten Hand“ explizit Bezug nimmt. Da heißt es: „Aus dem zufälligen Zusammentreffen einzelgängerischer Helden der Wissenschafts- und der Weltgeschichte schlägt sie helle Funken der Erkenntnis und der Komik. In ‚Missouri‘ wird der Erneuerer der englischen Dichtung von einem Cowboy entführt.“

Wir freuen uns, die zuletzt vergriffene Erzählung pünktlich zur Preisverleihung wieder einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen. „Missouri“ bietet mit seiner augenzwinkernden Lakonie, seinem exakt getroffenen Zeitkolorit und den liebevoll gezeichneten Charakteren in vielerlei Hinsicht die Essenz dessen, wofür Kritiker und Fans Christine Wunnicke lieben.