Saleem Haddad mit „Flutlinien“ in Deutschland 9. September 2026 – Posted in: Aktuelles

Unser Autor Saleem Haddad feiert das Erscheinen der deutschen Ausgabe seines zweiten Romans Flutlinien mit Veranstaltungen in Hannover und Berlin.

Autorenfoto: © Emil Huseynzade

Nach dem großen Erfolg seines Debüts Guapa bringt Saleem Haddad im Herbst seinen zweiten Roman Flutlinien heraus. Darin erzählt der Autor eine fesselnde Familiensaga im Schatten der Stürme und Umstürze der irakischen Geschichte. Da treffen Haddads queere Perspektiven der Gegenwart auf archaische Mythen wie das Gilgamesch-Epos und die bis heute weltweit nachwirkenden Folgen der blutigen Auseinandersetzungen im Irak der 1960er Jahre. Über alledem steht die universelle Frage: Hat Kunst die Macht die Wunden der Geschichte zu heilen?

Vor dem offiziellen Erscheinen der deutschen Ausgabe am 21. September stellt Haddad Flutlinien auf zwei Lesungen in Deutschland persönlich vor. Bei der Veranstaltung im Berliner Buchladen Chapters besprechen dessen Gründerin Sharmaine Lovegrove und Haddad die Themen und Hintergründe des Romans unter dem Motto „Legacies & Lostlines“. Am 18. September folgt ein Talk mit Lesung beim Collecting Dreams Festival in Hannover. Dort diskutiert Haddad den Roman mit unserem Autor Armin Wühle.

17. September: Flutlinien in Berlin
„Legacies & Lostlines“: Saleem Haddad präsentiert Flutlinien in Berlin
Ort: Chapters Bookshop, Wilsnacker Str. 60, 10559 Berlin
Beginn: 19 Uhr
Tickets

18. September: Flutlinien Hannover
Saleem Haddad präsentiert Flutlinien beim Collecting Dreams Festival
Ort: Collecting Dreams Festival, Hüttenstraße 22, 30167 Hannover
Beginn: 19 Uhr
Tickets

Über Flutlinien:

London, 2014: Nach Jahren der Funkstille müssen sich die irakisch-britischen Schwestern Mediha, Zainab und Ishtar einem zwiespältigen Erbe stellen. Verschollen geglaubte Gemälde ihres verstorbenen Vaters tauchen wieder auf – Relikte einer Herkunft, zu der die Frauen ebenso den Bezug verloren haben wie zueinander. Entsprechend unvereinbar sind ihre Pläne für die Verwendung der Bilder. Als Vermittler zwischen den verhärteten Fronten wird Zainabs Sohn Nizar auserkoren. Gegen dessen Willen. Denn eigentlich ist er damit beschäftigt, seine traumatischen Erfahrungen als Kriegsreporter und die gescheiterte Beziehung zu seiner großen Liebe Alfie zu verarbeiten. Doch der Sog der Vergangenheit ist unerbittlich. Die Kunst von damals bringt ein Netz aus Verrat, Verletzungen und politischen Intrigen ans Licht, das die ohnehin entfremdete Familie endgültig zu entzweien droht. Der Ausweg ist eine Flussreise den Tigris hinunter. In einer mesopotamischen Arche, die die Gegenwart mit der Tradition vereint. Das Ziel: die „Rückkehr“ nach Bagdad.

In Flutlinien verdichtet Saleem Haddad die politischen Stürme des 20. Jahrhunderts im Nahen Osten zu einer fesselnden Familiensaga. Inspiriert vom künstlerischen Erbe seines Großonkels, des modernistischen irakischen Malers Jewad Selim, beschwört der Autor die Schatten der irakischen Geschichte herauf. Der Roman ist zugleich ein scharfsinniger Kommentar auf unsere Zeit und eine Beschwörung archaischer Mythen wie des Gilgamesch-Epos. Haddads mal zärtliche, mal brutale Prosa reißt Gräben auf und baut gleichzeitig Brücken – zwischen Generationen, Kontinenten, Kulturen. Ein explosiver Roman über Familie, (Neo-)Kolonialismus, Queerness und die alles verändernde Kraft der Vergebung.